Die Weinlage „Alte Burg“ prägt das Zwingenberger Landschaftsbild wie kaum eine andere Fläche. Nachdem der bisherige Biowinzer angekündigt hat, seinen Betrieb zum Jahresende einzustellen, droht ohne rechtzeitiges Gegensteuern ein Brachfallen und Verbuschen der mühsam hergerichteten Terrassen. Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Uta Ommer hat für die Stadtverordnetenversammlung am 24. September 2026 eine offizielle Anfrage zur Zukunft der traditionsreichen Lage eingereicht.
Der Fraktionsvorsitzende
FDP-Fraktion Zwingenberg
FDP
An den Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Zwingenberg
Herrn Dr. Andreas Kovar
Künftige Entwicklung der Weinlage „Alte Burg“
sehr geehrte Damen und Herren,
in den letzten Jahren fand auf Zwingenberger Gemarkung ein umfängliches Flurbereinigungsverfahren statt, dass sogar bundesweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat und als „in jeder Hinsicht vorbildlich“ seitens eines Fachverbands bezeichnet wurde.
Aktuell ist ein Großteil der das Zwingenberger Landschaftsbild prägenden Weinberge in der Lage „Alte Burg“ an einen Biowinzer verpachtet, der zum Jahresende seinen Betrieb in Zwingenberg einstellen wird.
Aktuell finden Überlegungen statt, ob der gemeinnützige Zwingenberger Verein „Alte Burg“ einen Teil oder den ganzen Weinberg übernehmen und betreuen kann. Die entsprechende Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.
Im Namen der FDP-Fraktion stelle ich folgende Anfrage für die Stadtverordnetenversammlung am 24.09.2026:
Begründung:
Der harmonische Anblick der Zwingenberger Kulturlandschaft beruht zu einem großen Anteil auf den bestückten und durch das Flurbereinigungsverfahren vorbildlich instand gesetzten Rebflächen in der Lage „Alte Burg“ zwischen Evangelischer Kirche und Luciberghütte. Falls die Weinlage künftig – durch die Einstellung des Betriebs des derzeitigen Pächters – nicht mehr betrieben und kein Nachfolger gefunden wird, droht eine Verbuschung des Terrains. Nicht mehr betreute Rebstöcke können sich zur Brutstätte von Rebläusen entwickeln, welche dann auf andere Lagen übergreifen können. Ggfs. kann das Regierungspräsidium Darmstadt die Entfernung der Rebstöcke anordnen.
Es droht somit eine nachhaltige Veränderung des Landschaftsbilds sowie der Wegfall eines wichtigen Lebensraums (Biotop). Zudem wäre die Investition in Höhe von ca. 1,2 Mio EUR für das Flurbereinigungsverfahren in großen Teilen „für die Katz“.
Aus diesen Gründen ist es der FDP-Fraktion wichtig, in Erfahrung zu bringen, ob die vorliegenden Auswirkungen im Magistrat bekannt sind und man bspw. durch Gespräche mit dem Eigentümer, anderen Winzern oder dem Alte Burg-Verein des Themas annimmt.
Vielen Dank.